Warum Böschungspflege unverzichtbar ist – die Wahrheit, aber dir niemand sagt!

Frisch gefräste Böschung am Forstweg mit Bagger im Hintergrund – saubere Fläche als Vorbereitung für nachhaltige Nachpflege
Fräsen statt Mulchen – Warum Böschungspflege an der Wurzel beginnt | Erdbau Bayer

Fräsen statt Mulchen – warum nachhaltige Böschungspflege an der Wurzel beginnt

Kurzfassung: Mulchen schneidet Bewuchs oberflächlich ab – die Wurzeln treiben nach 4–8 Wochen neu aus. Fräsen zerspant den Wurzelkörper mechanisch, trocknet ihn aus und unterdrückt den Wiederaustrieb. Ergebnis: 3–5 Jahre Ruhe statt jährlicher Pflege. Dieser Artikel erklärt, wie beide Methoden funktionieren, wo die Unterschiede liegen und wann welche Methode die richtige Wahl ist.

Aktualisiert: Februar 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Wie Mulchen funktioniert – und wo es an Grenzen stößt

Beim Mulchen wird der sichtbare Bewuchs mit rotierenden Werkzeugen (Schlegeln, Ketten oder Messern) zerkleinert. Das geht schnell und liefert sofort ein sauberes Ergebnis. Deshalb ist Mulchen die verbreitetste Methode in der Böschungspflege.

Das Problem liegt unter der Oberfläche:

  • Wurzeln bleiben intakt. Der Mulcher arbeitet nur oberflächlich – die Wurzeln treiben nach 4–8 Wochen neu aus, oft kräftiger als zuvor.
  • 2–3 Einsätze pro Jahr nötig. Um die Böschung dauerhaft offen zu halten, muss regelmäßig nachgemulcht werden.
  • Stöcke und Steine bleiben. Der Mulcher zerkleinert Grün, aber keine Wurzelstöcke. Diese beschädigen bei Folgearbeiten Maschinen und verhindern saubere Nachsaat.
  • Kein Material für Profilierung. Nach dem Mulchen fehlt verwertbares Material – Gradierung oder Profilherstellung sind separat nötig.

Fazit: Mulchen löst das Problem nicht an der Wurzel – es verschiebt es auf den nächsten Einsatz.

Wie Fräsen funktioniert – und warum es länger hält

Die Fräse arbeitet anders: Sie dringt in den Boden ein, zerspant den Wurzelkörper mechanisch und mischt das zerkleinerte Material mit dem Untergrund. Die Wurzeln werden aufgeschlagen und trocknen aus – ein Wiederaustrieb wird unterdrückt.

Entscheidend: Der Wurzelkörper bleibt im Boden. Er stabilisiert die Böschung weiterhin und verhindert Erosion. Nur der Wiederaustrieb wird gestoppt.

Was das in der Praxis bedeutet:

  • 3–5 Jahre Ruhe statt 2–3 Einsätze pro Jahr
  • Saubere Oberfläche – sofort bereit für Nachsaat, Gradierung oder Profilierung
  • Hangstabilität bleibt erhalten – der Wurzelkörper hält die Böschung zusammen
  • Kein Fremdmaterial nötig – der Bestand wird mit dem Untergrund vermischt
  • Auch in Steillagen und steinigem Gelände einsetzbar

Fräsen vs. Mulchen – der direkte Vergleich

Kriterium Mulchen Fräsen
Arbeitstiefe Oberflächlich (Grün + dünne Äste) Tiefgreifend (Wurzelkörper)
Wurzelbehandlung Wurzeln bleiben intakt Wurzeln zerspant, trocknen aus
Wiederaustrieb Nach 4–8 Wochen Unterdrückt für 3–5 Jahre
Einsätze pro 5 Jahre 10–15× 1–2×
Hangstabilität Unverändert (Wurzeln bleiben) Erhalten (Wurzelkörper bleibt im Boden)
Nacharbeit Stöcke/Steine bleiben → Gradierung separat Oberfläche sofort ansaat-/gradierfertig
Steillagen Begrenzt (Mulcher rutscht) Bis 35° Neigung möglich
Steiniger Untergrund Problematisch (Maschinenschäden) Geeignet (Fräse arbeitet auch in Stein)
Kosten pro Einsatz Niedriger Höher
Kosten über 5 Jahre Deutlich höher (viele Einsätze) Deutlich niedriger (1–2 Einsätze)

Wann Fräsen – und wann reicht Mulchen?

Fräsen ist die bessere Wahl bei:

  • Böschungen an Forststraßen und Gemeindestraßen mit regelmäßigem Pflegebedarf
  • Stark verwachsenen Flächen mit Sträuchern, Stauden und kleinen Bäumen
  • Steillagen, wo Mulcher an ihre Grenzen kommen
  • Flächen, die für Nachsaat, Gradierung oder Profilierung vorbereitet werden sollen
  • Langfristiger Pflegeplanung – wer über 5+ Jahre denkt, spart mit Fräsen

Mulchen kann ausreichen bei:

  • Reiner Graspflege ohne Verbuschung
  • Flachen Böschungen mit geringem Bewuchs
  • Einmaligen Pflegemaßnahmen ohne Langfristplanung
  • Flächen, wo nur das sichtbare Grün stört

Wir beraten ehrlich – auch wenn das Ergebnis ist, dass Mulchen in einem konkreten Fall ausreicht.

So arbeiten wir: Fräsen in der Praxis

Unser Fräs-System wurde über Jahrzehnte in der Praxis entwickelt – speziell für die Anforderungen im Forst- und Wegebau. Der typische Ablauf:

  1. Besichtigung vor Ort: Wir prüfen Bewuchs, Steilheit, Bodenart und Zugänglichkeit. Nicht jede Fläche braucht Fräsen – das sagen wir auch.
  2. Bestand aufbrechen: Die Fräse zerspant Bewuchs und Wurzelkörper. Steine werden gedreht, Unebenheiten eingeebnet.
  3. Material mischen: Das zerkleinerte Material verbindet sich mit dem Untergrund – kein Fremdmaterial nötig.
  4. Oberfläche fertigstellen: Profil herstellen, verdichten, bei Bedarf ansäen. Die Fläche ist sofort nutzbar.

90 % unserer Projekte finden direkt im Forst statt – auf Böschungen, Forstwegen und Almstraßen. Unsere Maschinen sind für schwieriges Gelände gebaut, nicht für Parkplätze.

Böschungspflege im Detail · Forststraßen-Sanierung

Häufige Fragen zu Fräsen vs. Mulchen

Ist Fräsen schädlich für den Boden?

Nein – im Gegenteil. Der Wurzelkörper bleibt im Boden und stabilisiert die Böschung. Die zerkleinerten Wurzeln fördern langfristig die Humusbildung. Es wird kein Fremdmaterial eingebracht.

Wie lange hält das Ergebnis nach dem Fräsen?

In der Regel 3–5 Jahre, abhängig von Standort, Boden und Bewuchs. Im Vergleich: Mulchen hält 4–8 Wochen.

Funktioniert Fräsen auch in steinigem Gelände?

Ja – unsere Fräse ist für steinigen Untergrund und Steillagen bis 35° ausgelegt. Wo Mulcher Maschinenschäden riskieren, arbeitet die Fräse weiter.

Kann man nach dem Fräsen sofort ansäen?

Ja. Die Oberfläche ist nach dem Fräsen sauber und eben – ideal für Nachsaat oder Begrünung. Beim Mulchen bleiben Stöcke und Unebenheiten, die zuerst entfernt werden müssten.

Ist Fräsen teurer als Mulchen?

Pro Einsatz ja. Über 5 Jahre gerechnet ist Fräsen deutlich günstiger, weil nur 1–2 Einsätze statt 10–15 nötig sind.

Ihre Böschung wächst zu? Wir schauen's uns an.

Kostenlose Erstberatung vor Ort – wir prüfen die Fläche und sagen ehrlich, ob Fräsen sinnvoll ist oder Mulchen reicht.

📞 +43 676 340 68 87 · ✉️ office@erdbau-bayer.at

Einsatzgebiet: Steiermark, Kärnten, Niederösterreich, Burgenland

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