Böschung 2:3 (v:h) einfach erklärt – so planen & pflegen Sie stabile Hänge
Kurzfassung: „Böschung 2:3" bedeutet vertikal : horizontal = 2 : 3. Für 3 m waagrecht steigt die Böschung 2 m. Das entspricht ≈ 66,7 % bzw. ≈ 33,7°. 2:3 ist oft gut beherrschbar – bei lockerem Boden besser flacher (z. B. 1:2 bis 1:3). Für die Pflege gilt: fräsen statt mulchen sorgt für 3–5 Jahre Ruhe, eine stabilere Oberfläche und weniger Erosion.
Was ist eine Böschung? – Definition und Grundbegriffe
Eine Böschung ist eine geneigte Geländefläche zwischen zwei Ebenen mit unterschiedlicher Höhe. Im Erdbau entsteht sie beim Abtragen (Einschnitt) oder Aufschütten (Damm) von Erdmassen – z. B. an Straßen, Forstwegen, Baugruben oder Dämmen.
Jede Böschung hat drei Bereiche:
- Böschungskrone (obere Kante)
- Böschungsfläche (die geneigte Fläche selbst)
- Böschungsfuß (untere Kante)
Die Böschungsneigung wird als Verhältnis (v:h), in Prozent oder in Grad angegeben. Im deutschsprachigen Tiefbau ist die Notation v:h (Vertikal:Horizontal) üblich. Wer H:V meint, würde dieselbe Böschung als „3:2" schreiben – im Zweifel immer „v:h" dazusagen.
Böschung 2:3 in Zahlen
- Verhältnis (v:h): 2 : 3
- Prozent: 2/3 = 66,7 %
- Winkel: arctan(2/3) ≈ 33,7°
Merker: 2:3 bedeutet: Auf 3 Meter waagrechte Distanz steigt oder fällt das Gelände um 2 Meter. Das ist eine moderate Steilheit – häufig im Straßenbau, an Forstwegen und bei Geländemodellierungen.
Böschungswinkel berechnen – Formel & Beispiele
Die Grundformel
Böschungswinkel (in Grad) = arctan(Höhe / Grundlänge)
Böschungsneigung (in Prozent) = (Höhe / Grundlänge) × 100
Rechenbeispiel für 2:3
- Höhe (v) = 2 m, Grundlänge (h) = 3 m
- Winkel = arctan(2/3) = arctan(0,6667) ≈ 33,7°
- Prozent = (2/3) × 100 = 66,7 %
Böschungslänge berechnen
Die tatsächliche Länge der Böschungsfläche (nicht die Grundlänge) berechnet sich mit Pythagoras:
Böschungslänge = √(Höhe² + Grundlänge²)
Beispiel 2:3: √(2² + 3²) = √(4 + 9) = √13 ≈ 3,61 m
Böschungsneigungen im Vergleich – Tabelle
| Verhältnis (v:h) | Prozent | Grad | Typische Einordnung |
|---|---|---|---|
| 1 : 3 | 33,3 % | 18,4° | Sehr flach, pflegeleicht, auch lockerer Boden |
| 1 : 2 | 50,0 % | 26,6° | Sicherer bei lockererem Material |
| 2 : 3 | 66,7 % | 33,7° | Häufig praxisnah bei gewachsenem Boden |
| 1 : 1 | 100 % | 45,0° | Sehr steil – nur kompakter Boden oder Fels |
| 2 : 1 | 200 % | 63,4° | Extrem steil – Fels, Spundwand oder Verbau nötig |
Baugruben-Hinweis: Für Baugruben gelten nach DIN 4124 gesonderte Böschungswinkel, die vom Boden und der Tiefe abhängen. In standfestem Boden sind 45° (1:1) oft möglich, in lockerem Boden nur 60° horizontal (≈ 1:1,73). Immer geotechnische Beurteilung einholen.
Böschung professionell anlegen oder pflegen lassen?
Wir planen und realisieren Böschungen in schwierigem Gelände – von der Geländemodellierung bis zur dauerhaften Pflege. Seit über 40 Jahren in der Steiermark.
Welche Böschungsneigung passt zum Material?
Die passende Neigung hängt von Bodenart, Feuchte, Schichtaufbau und Nutzung ab:
- Gewachsener, bindiger Boden (lehmig): 2:3 oft gut machbar.
- Lockerer oder aufgefüllter Boden, feucht: besser 1:2 bis 1:3.
- Fels / gut verzahnter Schotter: steiler möglich – punktuell prüfen.
- Bankette / Wegränder mit Verkehr: eher flacher; Stabilität vor Optik.
Praxis-Tipp: Probeprofil anlegen, Sicker- & Oberflächenwasser sicher führen (Mulden/Rigolen), heikle Stellen nachverdichten und ggf. ansäen oder begrünen.
Erosionsschutz an Böschungen – so bleibt der Hang stabil
Erosion ist die häufigste Schadensursache an Böschungen. Starkregen, Oberflächenabfluss und fehlende Vegetation zerstören die Oberfläche und unterspülen den Hang. Drei Maßnahmen, die helfen:
1. Entwässerung richtig planen
Wasser muss kontrolliert abfließen – nicht unkontrolliert über die Böschung. Quermulden, Entwässerungsgräben und Rigolen leiten das Wasser gezielt ab und verhindern Auswaschungen.
2. Begrünung oder Ansaat
Vegetation stabilisiert die Oberfläche. Grasnarbe oder standortgerechte Bepflanzung hält den Boden zusammen und bremst den Wasserabfluss. Bei steilen Böschungen kann Spritzbegrünung sinnvoll sein.
3. Professionelle Böschungspflege
Verwachsene Böschungen müssen gepflegt werden – aber richtig. Mulchen schneidet nur die Oberfläche ab, die Wurzeln treiben nach. Fräsen zerkleinert den Wurzelkörper und trocknet ihn aus – das bringt 3–5 Jahre Ruhe und verhindert gleichzeitig Erosion, weil der Wurzelkörper im Boden bleibt.
→ Professionelle Böschungspflege mit Fräse – 3–5 Jahre pflegefrei
Forst- & Almwege: Böschung, Profil & Entwässerung
An Forstwegen und Almstraßen spielen Böschungen eine entscheidende Rolle für die Standfestigkeit. Das bewährte Vorgehen:
- Bestand aufreißen & lockern – Steine drehen, Wurzeln zerkleinern.
- Vollflächig fräsen & mischen – Bestand verbindet sich mit dem Untergrund (ohne Fremdmaterial).
- Profil & Entwässerung herstellen – weiches Quergefälle, funktionsfähige Mulden/Gräben.
- Verdichten – tragfähiger Aufbau, ruhige Oberfläche.
- Nachsaat / Begrünung – mindert Erosion, erleichtert Pflege.
Ergebnis: dauerhaft tragfähige Wege, weniger Ausbrüche und pflegeleichte Böschungen.
→ Forststraßen-Sanierung ohne Fremdmaterial – unser Fräsverfahren
Böschungspflege: Fräsen statt Mulchen
Mulchen schneidet nur oben ab – die Wurzel treibt nach, oft kräftiger als zuvor. Stöcke und Steine bleiben im Boden. Nach 4–8 Wochen ist alles wieder zugewachsen.
Fräsen zerspant den Wurzelkörper mechanisch und trocknet ihn aus. Das Ergebnis:
- 3–5 Jahre Ruhe statt jährlicher Pflege
- Stabilerer Hang – Wurzelkörper bleibt im Boden, kein Erosionsrisiko
- Saubere Oberfläche – ruhiges Fräsbild, keine Stöcke oder Kanten
- Langfristig günstiger – 1× Fräsen statt 5× Mulchen über 5 Jahre
Besonders an Forststraßen, Gemeindestraßen und landwirtschaftlichen Flächen macht der Unterschied sich schnell in Euro bemerkbar.
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Böschung in Plänen: Darstellung & Zeichnung
In technischen Zeichnungen und Bauplänen wird eine Böschung durch parallele kurze Striche (Schraffur) dargestellt. Dabei gilt:
- Böschungskrone (oben): Die Striche beginnen an einer durchgehenden Linie.
- Böschungsfuß (unten): Die Striche enden frei, ohne Begrenzungslinie.
- Strichrichtung: Die Striche zeigen in Fallrichtung – von oben (Krone) nach unten (Fuß).
Das Neigungsverhältnis wird als Zahl am Böschungssymbol angegeben, z. B. „2:3" oder „1:2".
Merkhilfe: Wo die Striche an einer Linie beginnen, ist oben (Krone). Wo sie frei auslaufen, ist unten (Fuß). So erkennt man im Grundriss sofort, in welche Richtung die Böschung abfällt.
Checkliste: Böschung planen & bauen
- Böschungshöhen & -breiten aufnehmen (v:h festlegen)
- Bodenansprache: gewachsen/aufgeschüttet, feucht/trocken
- Entwässerung: Zuflüsse, Mulden, Auslässe, Querungen
- Kritische Punkte: Kurveninneres, Einmündungen, Engstellen
- Erosionsschutz: Begrünung, Ansaat oder Steinschlichtung planen
- Pflegeziel: jährliche Kontrolle vs. 3–5-Jahres-Rhythmus (fräsen)
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist eine Böschung?
Eine geneigte Geländefläche zwischen zwei Ebenen mit unterschiedlicher Höhe. Im Erdbau entsteht sie beim Abtragen (Einschnitt) oder Aufschütten (Damm). Die Neigung wird als Verhältnis v:h, in Prozent oder in Grad angegeben.
Was bedeutet 2:3 in Grad?
arctan(2/3) ≈ 33,7°.
Wie berechne ich den Böschungswinkel?
Böschungswinkel = arctan(Höhe / Grundlänge). Für 2:3 → arctan(2/3) ≈ 33,7°. In Prozent: (2/3) × 100 = 66,7 %.
Ist 2:3 für lockeren Boden geeignet?
Oft zu steil. Sicherer ist 1:2 bis 1:3 (flacher), abhängig von Feuchte, Boden und Nutzung.
Was bedeutet Böschung 1:2 und 1:1?
1:2 = 50 % = 26,6° (moderat). 1:1 = 100 % = 45° (steil, nur bei kompaktem Boden oder Fels). Je größer die zweite Zahl (horizontal), desto flacher die Böschung.
Warum „fräsen statt mulchen"?
Fräsen zerkleinert Wurzeln und trocknet sie aus – dadurch 3–5 Jahre Ruhe und eine stabilere Oberfläche. Mulchen schneidet nur oben ab, die Wurzel treibt schnell und kräftig nach.
Braucht es bei der Wegsanierung Fremdmaterial?
In vielen Fällen nein. Durch Fräsen & Mischen verbindet sich der Bestand tragfähig mit dem Untergrund – oft stabiler und günstiger als aufgebrachter Schotter.
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