Güterwege sanieren ohne Schotterkosten – wie die Fräsmethode funktioniert
Kurzfassung: Klassische Güterwegsanierung heißt: altes Material abtragen, Schotter anliefern, einbauen. Teuer, langsam und mit dutzenden LKW-Fahrten verbunden. Die Fräsmethode arbeitet anders: Der vorhandene Bestand wird vor Ort aufgefräst, gemischt und profiliert – ohne Fremdmaterial, ohne Abtransport. Das Ergebnis ist oft tragfähiger als aufgeschütteter Schotter. Dieser Artikel zeigt, wie das funktioniert und wann es sinnvoll ist.
Das Problem: Güterwege verfallen – und Sanierung wird immer teurer
Österreichs Güterwegenetz ist die Lebensader ländlicher Gemeinden – für Landwirte, Forstbetriebe, Einsatzfahrzeuge. Aber viele dieser Wege sind in die Jahre gekommen:
- Spurrinnen und Schlaglöcher durch schwere Landmaschinen (heute deutlich schwerer als beim Bau der Wege)
- Kaputte Entwässerung – Gräben zugewachsen, Durchlässe verstopft, Quergefälle verschwunden
- Aufgeweichte Bankette – Wegseitenstreifen brechen bei Nässe ein
- Verbuschte Böschungen – Bewuchs drückt auf Fahrbahn und Entwässerung
Die klassische Lösung: Schotterschicht abtragen, neuen Schotter anliefern, einbauen, verdichten. Das kostet je nach Weg eine Menge – und die Gemeinde muss dafür LKW-Kolonnen organisieren, Lagerflächen bereitstellen und Sperrungen einrichten.
Die Fräsmethode: Bestand nutzen statt ersetzen
Die Fräsmethode arbeitet mit dem, was schon da ist. Statt Material zu entsorgen und neues heranzufahren, wird der vorhandene Bestand vor Ort aufgefräst, gemischt und wieder eingebaut.
Der Ablauf in 4 Schritten:
- Auffräsen: Die Fräse bricht die alte Fahrbahndecke auf – Schotter, Erdreich und Unterbau werden zerkleinert und durchmischt.
- Profilieren: Der Grader stellt Quergefälle, Bombierung und Straßenprofil her – die Basis für funktionierende Entwässerung.
- Verdichten: Das gemischte Material wird verdichtet – oft tragfähiger als der ursprüngliche Aufbau, weil sich verschiedene Korngrößen besser verzahnen.
- Entwässerung herstellen: Gräben fräsen, Durchlässe öffnen, Bankette profilieren. Funktionierende Entwässerung ist der wichtigste Faktor für die Haltbarkeit.
Fräsmethode vs. klassische Sanierung im Vergleich
| Kriterium | Klassisch (Schotteraustausch) | Fräsmethode |
|---|---|---|
| Fremdmaterial | Große Mengen Schotter nötig | In der Regel keines nötig |
| LKW-Fahrten | Dutzende (Anlieferung + Entsorgung) | Keine oder minimal |
| Sperrzeit | Tage bis Wochen | Stunden bis 1–2 Tage |
| Kosten | Hoch (Material + Transport + Entsorgung) | Deutlich günstiger |
| Tragfähigkeit | Aufgeschüttete Schicht | Verzahnung mit Untergrund – oft stabiler |
| Entwässerung | Separat herzustellen | Im gleichen Arbeitsgang integriert |
| Umwelt | Hoher CO₂-Ausstoß durch Transporte | Material bleibt vor Ort |
Hinweis: Bei stark kontaminiertem oder organischem Untergrund (Moorboden, Torfschichten) reicht die Fräsmethode allein nicht aus. In solchen Fällen ist Materialzufuhr nötig – das sagen wir bei der Besichtigung ehrlich.
Für wen ist die Fräsmethode geeignet?
Gemeinden
Güterwege, Verbindungswege, Almstraßen – überall dort, wo das Wegenetz mit begrenztem Budget instandgehalten werden muss. Die Fräsmethode macht es möglich, mehr Meter mit dem gleichen Budget zu sanieren.
Forstbetriebe und Waldbesitzer
Forststraßen, Rückeswege, Lagerplätze – Wege, die durch Holzernte stark beansprucht werden. Nach der Saison fräsen und profilieren, damit der Weg für die nächste Saison hält.
Landwirte
Zufahrtswege zu Feldern und Wirtschaftsgebäuden, die durch immer schwerere Maschinen belastet werden. Fräsen stellt das Profil wieder her, ohne dass der Weg komplett neu aufgebaut werden muss.
Wegegenossenschaften und Interessentschaften
Gemeinsam genutzte Wege, bei denen die Kosten geteilt werden – die günstigere Fräsmethode macht die Sanierung für alle Beteiligten leistbarer.
Was wir in einem Arbeitsgang mitleisten
Güterwegsanierung ist selten nur die Fahrbahn. Im gleichen Einsatz erledigen wir:
- Bankettpflege: Seitenstreifen fräsen, profilieren, verdichten
- Grabenfräsung: Entwässerungsgräben öffnen und neu profilieren
- Böschungspflege: Verwachsene Böschungen fräsen – Sichtfreiheit und Stabilität
- Durchlässe öffnen: Verstopfte Rohre und Querungen freilegen
- Profil wiederherstellen: Quergefälle, Bombierung und Fahrbahnprofil herstellen
Ein Einsatz, alles erledigt – statt fünf Gewerke nacheinander zu beauftragen.
Häufige Fragen zur Güterwegsanierung
Funktioniert die Fräsmethode auf jedem Güterweg?
Auf den meisten ja – solange ein mineralischer Unterbau vorhanden ist. Bei reinem Moorboden oder stark organischem Untergrund ist Materialzufuhr nötig. Das klären wir bei der Besichtigung.
Braucht man zusätzlichen Schotter?
In der Regel nein. Das vorhandene Material wird aufgefräst, gemischt und verdichtet – die Verzahnung verschiedener Korngrößen macht das Ergebnis oft tragfähiger als aufgebrachten Schotter.
Wie lange hält ein gefräster Güterweg?
Bei funktionierender Entwässerung und normaler Belastung: mehrere Jahre. Die Haltbarkeit hängt vor allem von der Entwässerung ab – nicht vom Belag.
Was kostet Güterwegsanierung mit der Fräsmethode?
Deutlich weniger als klassische Sanierung mit Schotteraustausch, weil Material- und Transportkosten wegfallen. Wir kalkulieren nach Besichtigung auf Laufmeterbasis.
Gibt es Förderungen für Güterwegsanierung?
Ja – über Landesförderungen, Waldfonds und Gemeindeförderungen sind Zuschüsse für Wegesanierung möglich. Die Förderstelle hängt vom Wegetyp ab (Forst-, Güter- oder Gemeindeweg). Bezirksforstinspektion oder Gemeinde beraten dazu.
Güterweg sanierungsbedürftig? Wir schauen's uns an.
Kostenlose Erstberatung vor Ort – wir prüfen Zustand, Entwässerung und Untergrund und sagen ehrlich, ob die Fräsmethode passt oder nicht.
📞 +43 676 340 68 87 · ✉️ office@erdbau-bayer.at
Einsatzgebiet: Steiermark, Kärnten, Niederösterreich, Burgenland

